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Bootsfahrt auf dem Tsiribihina,
Allee der Baobabs, Morondava

Tag 2

Heute sollte unsere Madagaskarreise losgehen. Nach dem gestrigen Aufprall auf die madagassische Kultur, versicherten uns Virginie’s Verwandte das das Leben auf dem Land, fernab der Hauptstadt, ein Ruhigeres ist.
So fuhren wir um 8 Uhr mit dem Taxi los Richtung Miandrivazo. Als wir das Verkehrschaos von Tana hinter uns gelassen haben, ging es auf einer asphaltierten Straße (Seltenheit auf Madagaskar!) Richtung Antsirabe. Unser Taxi, welches über vier verschiedene Huptöne verfügte, war ein alter großer Renault. Gelenkt wurde dieser von einem netten Fahrer um die 25 Jahre, der mit dem Taxi fahren seine Familie ernährte. Schon nach kurzer Zeit verstanden wir warum das Taxi so gut mit Hupen ausgestattet ist. Die Hupe ersetzt hier die Bremse. Nicht selten fuhren wir durch Dörfer in denen die Straße mit Menschen, und vor allen Dingen mit Schulkindern gesäumt waren. Das war jedoch kein Grund die Geschwindigkeit zu drosseln, denn mit ein paar Hupstößen war die Straße wie leergefegt, denn wer nicht zur Seite geht hat Pech gehabt...
Entlang dieser Hauptverkehrsroute Richtung Süden verlief einmal die Bahntrasse Tana-Antsirabe. Da dieser Zug aber schon seit Jahren nicht mehr fährt verkaufen die Menschen an den Straßen die Schwellen als Brennholz.Zum Vergrößern bitte anklicken! Gegen Mittag kamen wir dann in Antsirabe an. Antsirabe war zu früheren Zeiten ein Thermalbad und es gibt noch einige schöne Konolialbauten zu sehen. Heute ist es berühmt wegen seiner vielen Pousse-Pousse (Rikschas) und dem Sitz der größten madagassischen Brauerei, die das sehr gute Three Horse Beer (THB) braut. In einem kleinen Restaurant gingen wir mit unserem Fahrer etwas zu Mittag essen. Hier sah ich dann auch seit Jahren mal wieder die gute alte 1L Coca Cola Glasflasche, die hier Grand Modelle heißt, wieder.

Nachdem wir uns gestärkt hatten ging es dann weiter. Wir bogen nun auf eine kleinere Straße Richtung Westen ab. Hier war es dann auch mit dem tadellosen Asphalt zu Ende. Die Straße hatte an einigen Stellen heftige Schlaglöcher und so kamen wir nicht mehr all zu schnell voran.Zum Vergrößern bitte anklicken!
Die Landschaft um uns herum war jetzt ziemlich hügelig geworden. Leider sind aber die Berge hier alle durch die jahrelange konsequente Abholzung völlig kahl. Holz ist hier der einzige Brennstoff und die madagassische Regierung hat zudem noch Tonnen von Holz in alle Welt verkauft.
Das hier in der Gegend nicht so viele Touristen vorbei kommen, merkte man daran das die Leute immer fröhlich winkten. Natürlich immer begleitet mit den typischen Vazaha! [Wasa] Rufen der Kinder, die uns nun noch vier Wochen durch das Land begleiten sollten. Die Dörfer zogen sich entlang der Straße entlang und das Leben fand direkt vor der Haustür statt. Die Häuser und die Menschen hatten sich jetzt verändert, alles war etwas afrikanischer geworden. Es waren nun eher Hütten und die Menschen hatten dunkle Haut und afrikanische Gesichtszüge. Die Menschen im Hochland und in der Hauptstadt gehören zu der malayisch/indonesischen Volksgruppe der Merina und Betsileo. Hier begann jedoch das Gebiet der afrikastämmigen Sakalava. Zum Vergrößern bitte anklicken!   Eigentlich viel zu schnell brausten wir an all dem Interessantem vorbei. Doch unser Fahrer hatte es eilig, denn er wollte noch vor Dunkelheit in Miandrivazo ankommen. Das hatte nicht den Grund das das Licht nicht funktionierte, sondern schlichtweg den, dasZum Vergrößern bitte anklicken! er, wie fast alle Madagassen, nachts Angst im Freien hatte. Unser Fahrer war zwar Christ, jedoch ist der Einfluss der alten Naturreligionen, mit all den Geistern und Ahnen noch sehr stark...

So kamen wir nach rasanter Fahrt und zwei überfahrenen Hühnern bei Anbruch der Dunkelheit in Miandrivazo an. Sofort wurden wir vielen Menschen umlagert, die uns die Pirogenfahrt auf dem Tsiribihina in ihrem Boot anbieten wollten. Für einen Mitteleuropäer ist auch diese Situation gewöhnungsbedürftig. Zum Glück schickte der Hotelbesitzer erstmal alle fort und so konnten wir in Ruhe unser Zimmer beziehen und etwas essen. Nach dem Essen kam Anbieter nach Anbieter an den Tisch und stellte uns sein Programm vor. Wir entschieden uns für eine 3-tägige Fahrt auf dem Fluß mit 2 ÜN am Zelt auf den Sandbänken. Dann sollten wir von einem Dorf aus mit dem Ochsenkarren in ein anderes Bauerndorf gebracht werden in dem wir in einem Hotel übernachten konnten. Von dort sollte es dann am folgenden Tag mit dem Auto nach Morondava gehen. Die vier jungen Madagassen die uns das Angebot machten wollten 2.000.000FM (ca. 150€) pro Person. Virginie handelte sie dann, für unsere Verhältnisse, sensationell auf 150€ incl. allem für uns beide runter. Später erfuhren wir das 100€ für alles auch noch ein guter Preis gewesen wäre. Wir verabredeten uns für 8:30 am Rathaus und gingen dann ins Bett.

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3.Tag

Nach einem “Europäischen Frühstück” das aus Weißbrot, Butter und Marmelade bestand ging es dann los. Wir schleppten unsere Sachen zum Rathaus und trafen dort auf die Jungs von gestern Abend. Diese stellten uns dann unseren Ruderer Zafira und unseren Führer Faly vor. Zafira sprach nur madagassisch und Faly sprach französisch und englisch. Da noch der Transport mit dem Auto nach Morondava organisiert werden musste setzten wir uns noch etwas in den Schatten eines großen Baumes. Hier in Miandrivazo gab es, wie in vielen Orten auf Madagaskar, kein Strom und auch kein Telefon. So mussten wir warten bis die Post öffnete um dann per Funk, der von einem lauten Generator angetrieben wurde, die Bestätigung zu empfangen. Dies Zum Vergrößern bitte anklicken!dauerte bis 12 Uhr. Da wir uns ja schon vorher mit der madagassischen Mentalität beschäftigt hatten, störte uns das aber nur wenig. Es wurde auch nicht langweilig. Da wir hier die Hauptattraktion waren, kamen ständig neue Menschen um uns anzuschauen und um uns irgendetwas zu fragen. Ganz besonders interessant war ein älterer Mann, der uns ca. 200Bilder die er von Touristen zugeschickt bekam zeigte. Plötzlich stand er auf um etwas zu holen. Nach 5 Minuten kam er mit einer großen Tasche, in dem er eine Riesenschildkröte hatte, wieder. Er sagte uns das die Schildkröte sein Haustier sei und schon seit 30Jahren bei ihm lebt. Wir waren erstaunt wie schwer und vor allen Dingen wie schnell die Schildkröte war..Zum Vergrößern bitte anklicken!Zum Vergrößern bitte anklicken!    










Mittags war es dann endlich soweit und wir konnten unter großem Jubel ablegen. Es war anfangs schon ein komisches Gefühl sich den Fluß hinunter rudern zu lassen, aber nach einiger Zeit gewöhnten wir uns daran. Da es ja nun schon später war als geplant legten die Beiden sich die ersten km mächtigZum Vergrößern bitte anklicken! ins Zeug. Zafira ruderte und Faly zeigte uns Tiere, die wir ohne ihn nie entdeckt hätten. Hin und wieder Zum Vergrößern bitte anklicken!machten wir eine kleine Pause auf einer Sandbank. Es war wirklich wunderschön in einer Piroge lautlos den Fluss hinunter zu gleiten.           Zafira, ein wirklich lustiger Kerl, war von Beruf eigentlich Kuhhirte. Er sang oder pfiff oft ein Liedchen und Faly stimmte dann mit ein. Wenn die beiden sich unterhielten endete das nicht selten mit einem sehr ansteckenden Gelächter. Auch die Kommunikation mit den Bauern die das Ufer bewirtschafteten kam nicht zu kurz. Wir sind ja die fahrende Zeitung, so werden hier die Nachrichten von Dorf zu Dorf verbreitet.
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Der Tsiribihina floss hier durch ein Kilometer breites Flusstal und so war es kein Problem am Abend eine Sandbank zum Übernachten zu finden. Als wir beginnen wollten das Zelt aufzubauen, kam Faly aufgeregt angelaufen und wollte uns auch dies noch abnehmen. Diesmal aber setzten wir uns durch und bauten wenigstens das Zelt alleine auf. Faly kochte einen Gemüseeintopf mit Zebufleisch. Das Essen schmeckte wirklich klasse. Nach dem Essen schwätzten wir noch lange bis in die Nacht hinein. Mit Faly hatten wir wirklich ein riesen Glück gehabt, denn er war an allem sehr interessiert und machte sich auch längerfristige Gedanken über die Entwicklung in seinem Land. So konnten wir sehr viel über das Land und die Menschen in Madagaskar erfahren.
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Zafira nahm sich den Spiegel (Magazin) und blätterte darin herum. Es war auch sehr interessant zu sehen wie er die vielen im völlig unbekannten Bilder verschlang. Plötzlich lachte er laut auf und war kaum noch zu bändigen. Er hatte in der Zeitung ein Bild vom WWF gegen Lichtsmok entdeckt. Man sah eine Eule mit Sonnenbrille und er fragte ob es wirklich bei uns Vögel mit Sonnenbrillen gab... auch ein 200kg schwerer Mann brachte ihn zum staunen.
Wie verschieden doch unsere Welten sind...

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Tag 4

Der Blick über den noch nebelverhangenen Fluß in der Morgendämmerung war wunderschön. Heute mussten wir etwas Strecke machen, um die verlorenen Stunden vom Vortag wieder aufzuholen. Nach einem Ananastee und ein paar über dem Feuer gerösteten Toastbrotscheiben ging es dann los. Auf dem Fluss war es sehr still und so glitten wir in den Tag hinein.
Nach ca 1,5 Stunden Fahrt kamen wir an einem Dorf vorbei. Hier mussten wir Proviant einkaufen. Wir stiegen aus und gingen mit Faly auf den Markt. Wir waren sehr erstaunt darüber, das man hier wirklich alles bekam was man so zum Leben brauch,  für madagassische Verhältnisse zumindest. Faly kaufte einen Zum Vergrößern bitte anklicken!großen Fisch und wir freuten uns schon sehr auf das Abendessen. Für unterwegs wurde noch kräftig Obst eingekauft und dann ging es weiter.
Wieder auf dem Fluss zeigte uns Faly immer und immer wieder die Tiere am Ufer. Dazu gab es natürlich auch immer den madagassischen, französischen, englischen und lateinischen Namen des Tieres. Wir sahen unzählige Vögel in den schönsten Farben. Besonders gefiel mir der knallrote Kardinalsvogel. Immer wenn ich ihn im Visier des Fotoapparates hatte und dann abdrücken wollte, flog er weg. Das Ufer veränderte sich jetzt auch zunehmend. Aus dem breiten Flusstal wurde erst ein dicht bewaldetes Ufer und später war es eine richtige Schlucht. Hier sahen wir, bzw. Faly zeigte uns, zum ersten Mal Lemuren in einem Baum hocken. Auch ein großes Chamäleon holte Faly ins Boot um es uns genauer zu zeigen. Es war wirklich sehr interessant zu beobachten. Als ich es in die Hand nahm merkte ich erst einmal das Chamäleons Krallen haben. Es tat zwar nicht weh, aber es kniff schon ordentlich. Als ich das Chamäleon an Virginie hinter reichen wollte, lies sie es vor lauter Angst ins Wasser fallen. Nun konnten wir auch noch lernen das Chamäleons schwimmen können. Faly rettete es trotzdem mit dem Paddel und wir setzten es am Ufer wieder aus.
Gg. Nachmittag kamen wir dann an einer flachen Uferstelle in der Schlucht an und Faly sagte zu uns wir sollten unsere Badesachen schnappen und mitkommen. Wir liefen ein Stück an dem Bach entlang und dann standen wir vor einem wunderschönen Wasserfall. Das Wasser schimmerte türkis und war Zum Vergrößern bitte anklicken!schön warm. Man musste allerdings sehr aufpassen das man nicht ausrutscht, denn das Wasser ist so stark kalkhaltig, dass sich überall ein zentimetertiefer klitschiger Kreideschlamm abgesetzt hatte. Auch dem Wasserfall sah man das kalkhaltige Wasser an. Wir zogen unsere Badesachen an und freuten uns schon auf das erfrischende Bad. Faly kletterte mittlerweile den Felsen hoch um sich dann von uns fotografieren zu lassen. Das Wasser war toll! Wir badeten ausgiebig. Nachdem das Wasser den Wasserfall hinuntergefallen war floss es in Terrassen von Badewanne zu Badewanne. Durch die verschiedenen Tiefen dieser Badewannen war das Zum Vergrößern bitte anklicken!Wasser auch unterschiedlich temperiert. So probierten wir alle einmal aus. Der einzige Nachteil ist der wirklich zentimeterdicke Kreideschlamm der so rutschig ist das man nur Zentimeter für Zentimeter voran kam. Doch plötzlich erwischte es mich. Ich sah nur noch wie meine Beine in die Luft flogen und ich mit verdrehtem Arm seitlich auf den Rücken aufschlug. Der Aufprall war so heftig das ich vor lauter Schreck sofort wieder aufsprang und mit hoch erhobenen Armen versuchte Luft zu holen. Die ersten Atemzüge fielen mir sehr schwer. Ich dachte schon ich hätte mir Rippen und den Arm gebrochen, doch es war noch alles dran. Nachdem ich mich von dem Schreck erholt hatte gingen wir zurück zum Boot. Das Atmen fiel mir noch 4 Tage lang schwer, doch glücklicherweise hatte ich keine schlimmere Verletzungen. Mir wird heute noch ganz anders wenn ich daran zurückdenke. Mitten im Urwald unterwegs in einer Piroge und das nächste Krankenhaus mind 800km weit weg...
Unten an der Anlegestelle legte gerade noch ein Boot an. Es war besetzt mit 4 Leuten aus Polen die aber in Hamburg lebten. Wir tauschten uns kurz aus und bekamen mit das sie gerne hier übernachten würden aber der Fahrer des Bootes dies nicht mitmachen wollte. Virginie trat als Übersetzerin auf um nun zu verhandeln wo übernachtet wird. Der Fahrer hatte triftige Gründe für seine Angst hier zu übernachten, denn dieser Platz ist berühmt dafür das Zeburäuber Banden ihre gestohlenen Tiere hier in der Nacht trinken lassen. Wenn sie dann  jemand entdecken fackeln sie nicht lange...  Doch die anderen wollten sich nicht überzeugen lassen, aber auch der Fahrer gab nicht nach. So hörten wir uns das dann noch 5 Min. mit an und fuhren dann weiter. Wir suchten uns eine Sandbank und bauten wieder das Zelt auf. Dann gab es Fisch mit Bratkartoffeln.

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Tag 5

Um 6 Uhr war die Nacht vorbei. Wir packten ein und machten uns auf den Weg. Heute war das Letzte Stück auf dem Fluss zu bewältigen. Nach nur wenigen Kilometern, der Fluss verlief wieder durch eine Schlucht, hingen an einer Stelle unzählig viele Fledermäuse. Nicht so kleine wie bei uns in Deutschland, sondern richtig Huhngroße Teile. Als wir so vorbeifuhren machten sie ein Riesenlärm. Beine aus dem Boot baumeln lassen war Heute strengstens verboten, denn in dieser Region des Flusses gibt es Krokodile. Leider haben wir dann aber doch keine gesehen, denn die Population ist durch die Wilderei stark zurück gegangen.
Nach 6 Stunden Fahrt übernahm ich mal nach einigem Überreden das Paddel von Zafira. Ich gab alles zusammen mit Faly und wir erreichten eine ordentliche Geschwindigkeit. Plötzlich hörten wir Motorengeräusche und nach 3min. sahen wir dann auch was da auf uns zukam. Ein großes Motorboot. Alle Tiere machten sich kreischend aus dem Staub und ich war froh in einer Piroge lautlos den Fluss hinunter zu gleiten. Nach einer halben Stunde erreichten wir den Zielort, ein kleines Fischerdorf. Das Geschrei war riesig, als die Dorfbewohner sahen das der Vazah paddelte und der eigentliche Fahrer schlafend hinten im Boot lag. Wir stiegen aus und standen wieder sofort in mitten eines großen Kreises von Einheimischen und wurden beäugt. Das war wirklich sehr schwerZum Vergrößern bitte anklicken! für mich, halte ich mich doch eher im Hintergrund und beobachte alles aus der Ferne. Nun bin ich, der Zum Vergrößern bitte anklicken!große dicke Weiße, die Hauptattraktion!
Gleich wurde ein Ochsenkarren beigeschaft und unser Gepäck darauf geladen. Danach mussten wir darauf Platz nehmen und ich dachte das das die Achse nie mit macht, aber sie tat es. Im Zebugalopp, was wirklich ziemlich schnell ist, ging es los. Wir fuhren durch Wälder, furteten Zum Vergrößern bitte anklicken!zwei Flüsse, fuhren an Reisfeldern vorbei und kamen schließlich nach 1,5h Fahrt in einem kleinen sehr ursprünglichen Sakalava-Dorf an. In einem sehr sehr schlichtem Hotel mit kleinen Strohhütten übernachteten wir. Alle zusammen aßen wir zu Abend und tranken noch das ein oder andere Bier und erzählten noch ein paar Geschichten aus Madagaskar und Deutschland.

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Tag 6

Heute brauchten wir kein Wecker. Die Tiere des Dorfes machten einen Höllenlärm und so standen wir um 8 Uhr auf. Faly und Zafira waren auch schon wach und so machten wir uns nach einem leckeren Frühstück aus Reismehlwaffeln mit Honig auf den Weg uns das Dorf anzuschauen. Wir liefen durch die Felder und Faly erklärte uns wie Reis angebaut wird. Auch Bananenstauden bestaunten wir. Menschen die Gerade am Arbeiten waren, unterbrachen ihre Arbeit um uns zu Grüßen. Die Menschen hier waren ganz anders als in den Orten in denen es viele Touristen gibt. Sie waren sehr zurückhaltend aber doch neugierig wer denn da in ihrem Dorf so umherläuft. Auf dem Markt boten uns die Kinder ihre Waren an. Es ist wirklich erstaunlich was es auf dem Markt in einem so kleinen Dorf alles so gibt.
Wieder am Hotel angekommen verabschiedeten wir uns von Zafira. Der arme Kerl musste nun den ganzen Weg alleine den Fluss hinaufstaken. Er hatte dafür 7 Tage eingeplant. Wir warteten nun auf unseren 4x4. Die Hitze war nun gegen 11Uhr schon unerträglich geworden. Als endlich der 4x4 kam packten wir schnell ein, denn die Fahrt bis Morondava dauert ca.8 Stunden (95km) und wir wollten ja pünktlich zum Sonnenuntergang an der Allee der Baobab sein. Der Fahrer und sein Freund waren sehr nett und so wurde es eine lustige Fahrt. Der Fahrer erzählte uns das er sein 4x4 ganz neu hat. Angefangen hatte er als Zebuzüchter und dann hat er sich “hochgearbeitet”. Wenn sich der Wagen bezahlt gemacht hat wollte er sich einen deutschen LKW kaufen und er fragte uns wie teuer die denn in Deutschland sind. Er staunte nicht schlecht als wir den Preis eines neuenZum Vergrößern bitte anklicken! LKW auf 150000DM schätzten.

Nach stundenlanger Fahrt auf einer schlaglochübersähten Sandpiste kamen wir endlich an unseren ersten Attraktion an. Der Baobab Sacré. Ein wirklich riesiger Baobab mit einem enormen Stammdurchmesser. Dieser heilige Baobab ist heilig weil die Madagassen glauben das in diesem Baum die Seelen Zum Vergrößern bitte anklicken!ihrer Vorfahren wohnen. Rund um den Baumstamm liegen Opfergaben wie z.B. Honig, Milch, Schnaps und Geld.
Der nächste sehenswerte Baobab war die Baobab amoureux. Zwei Baobab die sich wie ein verliebtes Paar umschlingen. Leider haben das schon unzählige verliebte Paare dazu genutzt ihre Namen in den Stamm zu ritzen.
Nun mussten wir uns beeilen, denn die Sonne ging schon unter und die Allee der Baobab war noch etwas entfernt. Doch wir kamen zum rechten Zeitpunkt an.

 Was für ein Schauspiel!

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Nach dem die Sonne völlig untergegangen war, machten wir uns auf den Weg Richtung Morondava, welches wir nach ca 1h Fahrt dann erreichten. Im Hotel Morondava Beach bezogen wir unseren Bungalow. Was für ein Luxus! Klimaanlage, fließendes Wasser, sogar warmes(!) und einem tollen Bett. Nach der staubigen Fahrt duschten wir erst einmal genussvoll. Danach ging es mit Faly in das Hotelrestaurant. Das Restaurant war auch superschön. Es war offen und man hatte einen spitzen Blick auf den indischen Ozean. Zu unserer Überraschung trafen wir doch tatsächlich Conny und Rolf, die wir ja in Tana schon kennengelernt hatten, hier im Restaurant wieder. Wir hatten natürlich eine Menge zu erzählen und die beiden natürlich auch. So wurde noch bis in die Nacht erzählt und erzählt.

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Tag 7

Um 7 Uhr wachten wir wunderbar erholt auf. Wir gingen in das Restaurant um zu Frühstücken. Rolf und Conny waren schon früh in Richtung der Tsingy de Bemaraha aufgebrochen. Das bedeutet 15h Stunden Fahrt. Die Armen...
Wir trafen uns mit Faly und gingen mit ihm in die Stadt. Zuerst besuchten wir den Markt. Auf den ersten Blick sehr chaotisch, aber auf den zweiten war alles eigentlich recht sortiert. Es gabe eine Obst und Gemüse-, eine Fleisch-, eine Fisch- und eine Klamottenabteilung. Beim Fisch hat es so stark gestunken das wir uns schnell weitergemacht haben und in der Fleischabteilung würde jeder Hygieniker Zustände bekommen... Wir kauften viel Obst ein und tranken Kokosnussmilch aus frisch aufgeschlagenen Kokosnüssen. Das schmeckt wirklich gut. Danach gingen wir zu Falys Cousine, die hier einen kleinen Frisörladen hat.Zum Vergrößern bitte anklicken! Sie hat dann in viel Arbeit Virginies Haare gpflochten. In der Zeit ging ich mit Faly noch etwas durch die Stadt. Plötzlich sah ich ein Schil der Hoechst AG an einer Apotheke! Ein Stück Heimat tausende Kilometer von zu Hause weg. Nachdem Virginie fertig war gingen wir in das Wohnviertel Morondavas zu einer Frau die unsere Wäsche gewaschen, gebügelt und gefaltet hat. Das kostete 8000FMG (1,30€). Dann ging es zu Falys anderen Cousine und deren Mann. Dort holten wir Falys Sachen ab, denn Faly musste nun mit dem Taxi Brousse nach Tana fahren. Wir brachten ihn zur Bushaltestelle und verabschiedeten uns. Was hätten wir nur ohne ihn gemacht? Was für ein Glück ihn als Führer bekommen zu haben!

Wir fuhren mit einem Taxi zurück zum Hotel und gingen an den Strand. Das Wasser war herrlich! Die Madagassen haben sich sicherlich gedacht: die blöden Europäer gehen sogar im Winter schwimmen! Aber das Wasser hatte 22°C! Wir genossen den Sonnenuntergang. Am Abend gingen wir in ein benachbartes Restaurant und haben uns es gut gehen lassen. Auf dem Rückweg war keine Menschenseele zu sehen, denn in der Stadt war Bierfest!

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Tag 8

Nach dem Frühstück gingen wir nocheinmal auf eigene Faust in die Stadt. Wir kauften uns Früchte für das Mittagessen und fuhren zurück ans Hotel. Dann Zum Vergrößern bitte anklicken!zogen wir die Badesachen an und gingen an den Strand. Wie schön es war einfach mal so im Sand rumzulümmeln. Ein junger Madagasse sprach uns an warum wir denn nach Madagaskar gekommen wären. Als er hörte das wir unter anderem uns die Sonnenfinsternis anschauen wollten fragte er was das denn sei. Er hätte schon davon gehört und das es auch schon mal in Europa war wusste er auch. Ist das eine Art Tour? fragte er uns. Wir versuchten natürlich ihn anhand unseres selbst gemachten Früchtesonnensystems zu erklären, was bei einer totalen SOFI abläuft, aber ich glaube er hat es nicht begreifen können. Nicht weil er zu dumm war, sondern weil das einfach zu sehr über seinem madagassischen Horizont war. Wenn tagtäglich zusehen muss wo das Essen für die Familie herkommt, macht man sich keine Gedanken über Sonnensysteme usw...

Gegen Nachmittag packten wir unsere Sachen und fuhren zum Flughafen. Zu meiner Überraschung mussten alle Fluggäste mit Gepäck auf eine große Waage. Dann wurde das Gewicht addiert und so die Tankmenge bestimmt. Damals während meiner Flugzeugmechanikerausbildung bei der LufthansaZum Vergrößern bitte anklicken! habe ich mir geschworen: Du steigst niemals in ein afrikanisches Flugzeug! Aber nun war es doch soweit. Ich stieg in eine alte kleine Twin Otter. Ich schloss innerlich mit meinem Leben ab...
Der Start, Flug und Landung entpuppten sich jedoch als äußerst angenehm. Mit einer Zwischenlandung in Belo ging es nach Tana.
In Tana erwartete uns schon Virginies Tante und Cousine am Flughafen. Da wir das Geschehen hier jetzt schon kannten, nahmen wir das Gewühl ganz locker. Unser Flug nach St. Marie ging am anderen Morgen um 6Uhr, deshalb schliefen wir in einem Hotel am Flughafen. Wir fuhren aber zuerst zu Virginies Tante und aßen und schwatzten den ganzen Abend. Danach fuhr sie uns zurück zum Hotel.

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©  Tobias Dick 01/2003